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Kirchberg/Jagst: Schloß-Schule Kirchberg 2007 (ISBN 978-3-9811960-1-6)


Vorwort

Die Schloß-Schule Kirchberg hat eine lange Geschichte. Nicht ohne Recht könnte man sagen, dass sie – als unmittelbare Nachfolgerin der 1714 gegründeten Lateinschule – seit fast 300 Jahren existiert. Doch vielleicht sollte man nur von einem knapp 100-jährigen Bestehen der Schloß-Schule sprechen, denn nach genau 200 Jahren, am 1. Mai 1914, kam es zu einer grundlegenden Veränderung und Umgestaltung: aus der öffentlichen Lateinschule für externe Schüler wurde – unter dem Namen „Reformschule Kirchberg a. d. Jagst“ – ein privates Gymnasium mit angeschlossenem Internat, also nach Form und Inhalt die höhere Lehr- und Bildungsanstalt, wie sie heute noch existiert.

Die Geschichte der Schloß-Schule Kirchberg verdient jenseits des allgemeinen historischen Interesses vor allem aus zwei Gründen unsere besondere Aufmerksamkeit. Zum einen gehört die Schloß-Schule aufgrund ihrer 1919 erfolgten zweiten Umwandlung von einer „Reformschule“ mit Jungenpensionat in ein genuin Lietzsches „Landerziehungsheim“ zu den ältesten Internaten und Schulen dieser Art in Deutschland. Sie ist zum Beispiel, um im Südwesten zu bleiben, bis auf das Mädchenheim Gaienhofen (gegr. 1904), älter als alle anderen Landerziehungsheime in Baden-Württemberg, mithin älter als die Schule Schloß Salem am Bodensee (1920), das Landschulheim Michelbach an der Bilz (1926), das Evangelische Landerziehungsheim in Wieblingen (1927), die Urspringschule bei Ulm (1930) oder der Birklehof im Schwarzwald (1932). Zum zweiten unterscheidet sich die Schloß-Schule Kirchberg in ihrem Entstehen und Werden grundsätzlich von den übrigen Landerziehungsheimen. Das Landheim Schondorf am Ammersee, die Freie Schulgemeinde Wickersdorf im Thüringer Wald, die Odenwaldschule bei Heppenheim etc. wurden in der Nachfolge von Hermann Lietz und seinen „Deutschen Landerziehungsheimen“ (seit 1898) von namhaften und charismatischen Reformpädagogen wie Julius Lohmann, Gustav Wynecken, Paul Geheeb in einem originären programmatischen Akt ohne jeglichen Bezug zu örtlichen Gegebenheiten und Überlieferungen gegründet. Die Schloß-Schule hingegen ist das Produkt einer kommunalen Initiative und einer pädagogischen Evolution. Ausgehend von einem Beschluss der Stadt Kirchberg, nach der zwangsweisen Schließung der Lateinschule die Tradition der höheren Bildung am Ort nicht abbrechen zu lassen, machten vier in der Heimbewegung bisher unbekannte Lehrer und Leiter: Karl Stracke, Rudolf Besser, Adolf Zoellner und Amalie Pfündel – nacheinander und Schritt für Schritt aus einer altmodischen Unterrichtsanstalt ein modernes Internat und Landerziehungsheim, das den Vergleich mit anderen reformpädagogischen Schulen und Bildungseinrichtungen nicht zu scheuen brauchte.

Das vorliegende Buch schildert die Entstehung und Entwicklung der Schloß-Schule Kirchberg in den Jahren 1914 bis 1964. Dieser Zeitraum wurde – natürlich – nicht willkürlich gewählt. Am Ende der Periode war die Schloß-Schule nicht nur exakt 50 Jahre alt, sie erlebte auch einen schmerzhaften, dramatischen Einschnitt: sie musste ihren alten Standort aufgeben und einen völligen Neuanfang wagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte nämlich das Flüchtlingskommissariat das fast ausschließlich von der Schule genutzte und dem Fürstenhause Hohenlohe-Öhringen gehörende Schloß beschlagnahmt und dort auf einem Teil des Areals betagte und pflegebedürftige Menschen aus dem ehemals deutschen Ostgebieten untergebracht, was zu dauernden Reibereien zwischen Schule und Altenheim führte, so dass sich Amalie Pfündel als damalige Besitzerin des Internats entschied, das Schloss zu verlassen und das Landerziehungsheim vor den Toren der Stadt auf eigenem Grund und Boden neu zu errichten. [...]          

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